Lotte Reiniger
Lotte Reiniger wurde 1899 in Berlin geboren und starb 1981 in Dettenhausen.
Sie war Filmpionierin und Meisterin des Silhouetten Trickfilms.
Weltberühmt wurde sie durch ihren 1923 bis 1926 gedrehten Film „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“, der die Welt des Orients in meisterhaft geschnittenen Bildern lebendig werden lässt. Sie arbeitete in Berlin, Paris, Rom und die längste Zeit in London.
Die Wiederentdeckung in Deutschland ist besonders der mit ihr befreundeten Dettenhäuser Pfarrfamilie Happ zu verdanken. Bei ihr verbrachte Lotte Reiniger die letzte Lebenszeit.
Nach ihrem Tod wurde ihre Urne zusammen mit der ihres Ehemannes Carl Koch auf dem Friedhof in Dettenhausen beigesetzt. Am Grabstein der Eheleute ließ die Gemeinde eine informative Gedenktafel anbringen.
Nachdem Lotte Reinigers Nachlass zu großen Teilen gesichtet, inventarisiert und zum Teil auch restauriert wurde, eröffnete das Stadtmuseum Tübingen im März 2008 eine umfassende Dauerausstellung, die das Leben und Arbeiten der Künstlerin zeigt.
Nach Dettenhausen kam Lotte Reiniger durch ihre Freundschaft mit Helga und Alfred Happ. Das Dettenhäuser Pfarrerehepaar war selbst im Schattenspiel aktiv und lud Reiniger 1978 zu einem Schattenspielseminar nach Dettenhausen ein. Vom 26. Oktober bis 1. November 1978 führte sie dort Teilnehmende aus Deutschland und der Schweiz in ihre Technik ein. Abends wurden ihre Filme gezeigt. Außerdem erzählte sie von persönlichen, wirtschaftlichen und politischen Hintergründen ihrer Arbeit. Das Seminar fand große öffentliche Resonanz und wurde sogar offiziell im Rathaus empfangen.
In ihren letzten Lebensjahren wurde Dettenhausen für Lotte Reiniger zu einem wichtigen persönlichen Ort. Im Pfarrhaus der Familie Happ fand sie Aufnahme, Erholung und künstlerische Nähe. 1980 feierte sie dort ihren 81. Geburtstag und unternahm Spaziergänge über die Wiesen und durch die Wälder rund um den Ort. Für die Evangelische Kirchengemeinde illustrierte sie Hans Christian Andersens Märchen „Die kleine Seejungfrau“ mit Scherenschnitten. Das Büchlein sollte die Renovierung der Kirche unterstützen.
Auch in Dettenhausen blieb Reiniger künstlerisch aktiv. Mit der Schattenbühne Familie Happ arbeitete sie an ihrem Weihnachtsstück „Weihnachtsmanns Irrtum“ – im englischen Original „Father Christmas“ –, übersetzte den Text selbst ins Deutsche und führte Regie. Nach ihrer Rückkehr ins Dettenhäuser Pfarrhaus zeichnete sie Motive aus ihrer unmittelbaren Umgebung: den Kirchturm, das alte Waschhäuschen im Pfarrgarten und die Bäume ringsum.
Dettenhausen ist damit mehr als ihr Sterbeort: Es war für Lotte Reiniger ein Ort der Freundschaft, der späten künstlerischen Arbeit und der Bewahrung ihres Werks. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof in Dettenhausen. Ihr umfangreicher künstlerischer Nachlass wird im Stadtmuseum Tübingen bewahrt.
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Felix Huby
Felix Huby kam am 21. Dezember 1938 als Eberhard Hungerbühler in Dettenhausen zur Welt und verstarb am 19. August 2022 im Alter von 83 Jahren. Während der Abiturprüfung wurde er beim Schummeln erwischt und flog ohne Abschluss von der Schule. Eigentlich wollte er Deutsch- und Musiklehrer werden, stattdessen volontierte er bei der „Schwäbischen Donauzeitung“ in Ulm und wurde 1972 Leiter des „Spiegel“-Büros in Stuttgart. Als 40-Jähriger wechselte er das Metier und schrieb Bienzle-Krimis und Bienzle-Drehbücher. Einmal auf den Geschmack gekommen, arbeitete er fortan wie am Fließband fürs Fernsehen. Den „Tierarzt Dr. Engel“ ersann er, den „Bayer auf Rügen“, die „Zwei Brüder“, „Oh Gott, Herr Pfarrer“ und auch viele bienzlefreie „Tatorte“ –mit den Kommissaren Palu, Schimanski und Heiland. In Anerkennung seiner Verdienste wurde ihm im Jahre 2019 die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Dettenhausen verliehen.
Wolkentier
Die Gerstenkinder Ende des 20. Jahrhunderts sind wohlhabende Bürger und Einwohner.
Dettenhausen ist eine Gemeinde, in der es an nicht viel fehlt. Zu guter Letzt hat die Gemeinde 1992 noch ein wunderschönes neues Rathaus erhalten.
Davor liegt die moderne, neuzeitliche und künstlerische Interpretationen des Themas Gerstenkinder – die Skulptur Wolkentier. Geschaffen von der Künstlerin Helga Janzen.
Das Wolkentier wurde anlässlich der Rathauseinweihung 1992 von den örtlichen Gewerbebetrieben als Kunstwerk gestiftet.
Mehr zum Wolkentier und der Versuch einer Interpretation (PDF)